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SPIEL mit dem Feuer oder wenn Schlangen BEISSEN

Nachlese #WahlBern16

Rote Bastion

Die rote Bastion ist nicht nur die Schwäche der bürgerlichen Kräfte von FDP, SVP und CVP mit deren Wirtschaftsverbänden. Die Schweizer Städte sind im Wandel der Zeit, demografisch, programmatisch und Inhaltlich. Diese Umwälzung drückt sich aus in Genuss– und Konsumorientierung, individuelle Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung, wo früher Einfachheit, Genügsamkeit und Sparsamkeit, Religiosität, Selbstdisziplin und die Unterordnung unter Autoritäten im Verhalten Wirkung hatten.

Hieraus leitet sich die Angebotspolitik aus welche sich in der Stadt Bern zu einer Rot-Grünen «Gegenleistungspolitik» entwickelt hat.

The Winner Takes it all:

Das Wahlergebnis zeigt den bürgerlichen Partei-Spitzen und Fraktionsführungen, dass keine Gestaltungsspielräume hinsichtlich der Koalitionsoptionen gegeben sind. Wer fähig ist im Proporz Allianzen zusammen zu halten «Takes it all». Die Architektur von RGM geht sogar soweit, dass grundsätzlich bürgerliches Elektorat einem Kandidaten aus dem Linken Lager den Vorzug gibt. Anders ist ein 4:1, anders ist die Wahl von Alex von Graffenried nicht zu erklären. Umso erstaunlicher, dass genau diese Personalie aus Kreisen der FDP ins Spiel gebracht wurde. Wer sich eine Schlange an die Brust züchtet muss sich nicht erstaunen wenn er von dieser gebissen wird.

Im Rampenlicht aber auch in der Kritik und am Pranger steht heute die bürgerliche Zusammenarbeit. Von einem inskünftigen Koalitionspartner erwarten wir, dass dieser voll und ganz hinter einem möglichen bürgerlichen Schulterschluss steht. Und das nicht nur dann, wenn es ihm etwas nützt. Offensichtlich hat die FDP noch nicht die richtigen Schlüsse aus dem Wahlergebnis gezogen. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe kann nicht damit beginnen sich gegenseitig den schwarzen Peter zu zuschieben.

Haben wir uns beim Spiel mit dem Feuer die Finger verbrannt? Das kann man so sagen.  Die Revolution an der Urne war ein Traum der sich seit Sonntag nicht erfüllt hat. An Wünschen und Hoffnungen zu Arbeiten gehört zur Parteipolitik genau so wie das Ausloten von Grenzen. Nur dadurch entstehen Voraussetzungen die uns Menschen weiter bringen.

Die letzten Parzellen

Die bürgerliche Zusammen-Arbeit der nächsten Legislatur ist weder das «anything goes» noch das «rien ne va plus» wir, die SVP die FDP die CVP/BDP und die Wirtschaftsverbände sind gefordert, unseren Wählern spannende Alternativen und Visionen zu präsentieren. In diesem Sinn freue ich mich nach dem «Wunden-Lecken» die sich uns bietenden Optionen anzupacken.

Das Wahlergebnis ist für mich Auftrag und Verpflichtung zugleich. Auftrag für die Wiederherstellung einer funktionierenden Demokratie welche auch bürgerliche Minderheiten in die Regierung einbindet. Und die Verpflichtung für den freien Austausch der Meinungen zu kämpfen. Dafür steht die SVP ein zusammen mit gleichgesinnten.

Alle bürgerlichen Kräfte sind gefordert die uns bevorstehenden Arbeiten in der Stadt Bern anzupacken. Wenn wir darin verharren schuldige zu suchen, uns den schwarzen Peter zu zuschieben, dann schrumpfen die letzten Parzellen der Idee der bürgerlichen Gesellschaft.

Henri-Charles Beuchat
Stadtrat SVP

 

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